Grönland

Arktis pur

Von Jens Bartels · 2019

Nordlichter in der Nähe von Nuuk
Nordlichter in der Nähe von Nuuk. Foto: iStock/Vadim_Nefedov

Wer gerne Urlaub in Winterregionen verbringt, denkt wahrscheinlich zuerst an Österreich, Schweiz oder Norwegen. Doch immer mehr Naturfans zieht es weiter in den Norden. Auf der zu Dänemark gehörenden Insel Grönland, überwiegend nördlich des Polarkreises, lassen sich Eisberge, raue Landschaften und Polarlichter entdecken.

Urlaub machen, wo kaum ein anderer Tourist gewesen ist – in Grönland ist das möglich. Genauer in Ittoqqotoormiit. In dem kleinen Örtchen nördlich des Polarkreises leben nur 450 Menschen. Mitten unter ihnen gibt es ein kleines Hotel mit sechs gemütlichen Zimmern. Mit der Behaglichkeit war es das dann aber schon. Denn allein die Anreise in das entlegene Örtchen im Osten Grönlands dauert zwei Tage. Zudem sind auch in den Sommermonaten Thermounterwäsche, Bommelmütze und Handschuhe Pflicht, denn richtig warm wird es in Ittoqqotoormiit nie. Dafür belohnt der entlegene Ort aber mit ganz besonderen Abenteuern: Nachts schimmern Polarlichter am Himmel, tagsüber trotten Eisbären durch die ewig weißen Landschaften. Zudem lockt der höchste Berg der Arktis mit atemberaubenden Aussichten. Und das Beste: Hier gibt es keine anderen Touristen – Ittoqqotoormiit ist weit vom Übertourismus europäischer Hotspots entfernt. 

Vielfalt im ewigen Eis entdecken

Wer es nicht ganz so extrem mag, kann in den dichter besiedelten Gebieten Grönlands Naturwunder bestaunen, die es so kaum ein zweites Mal gibt: Besucher können den Glanz der Mitternachtssonne auf Gletschern bewundern, zwischen riesigen Walen segeln oder die Einwohner beim Fahnenschwenken am längsten Tag des Jahres bewundern. 

Darüber hinaus gehört Grönland zu den besten Orten, um die Aurora Borealis in der Nordlichtsaison von Ende September bis Mitte April zu bestaunen. Die Färbungen des Nordlichts variieren von grün über rot bis zu einem türkisfarbenen Schimmer und lassen sich überall im Land beobachten. Sogar über der Hauptstadt Nuuk ist das Nordlicht trotz der vielen Lampen klar sichtbar. Allerdings sorgt erst eine Hundeschlittenexpedition in die absolute Einsamkeit des Landesinneren für ein wirklich unvergessenes Erlebnis beim Blick in den Himmel.

Eisberge beim Kalben bestaunen

Auch der grönländische Sommer steckt voller spezieller Momente. So befindet sich etwa im Ilulissat-Eisfjord der aktivste Gletscher Grönlands. Das Gebiet zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Viele Reisende bezeichnen den Ort Ilulissat gleich neben dem Gletscher als Eisberghauptstadt der Erde. Dort kalben Eisberge in der Größe des New Yorker Empire State Buildings. Neben der passiven Beobachtung dieser weißen Giganten warten auf die Besucher auch eine Reihe spannender Aktivitäten, angefangen von der Kajaktour durch die klaren Gewässer des Fjords über einen Flug über die Gletscher bis zur Wanderung entlang der vereisten Klippen.

Tipp der Redaktion: Auf 160 Kilometern durch Schnee und Eis

Jedes Jahr im Frühjahr kommen beim Arctic Circle Race in Grönland Skilangläufer auf ihre Kosten. Das vermutlich härteste Langlaufrennen der Welt verläuft über drei Tage auf einer Länge von 160 Kilometern und ist zugleich Herausforderung sowie kulturelles Erlebnis. Jedes Jahr kommen die Teilnehmer aus bis zu zwanzig verschiedenen Ländern, viele aber auch aus Grönland selbst. Sowohl Hobbyläufer als auch professionelle Skilangläufer gehen bei dem Wettbewerb an den Start. Dieses Jahr startet das Rennen am 29. März.

In Grönland leben laut aktueller Zahlen der Weltbank 56.171 Einwohner auf einer Fläche von 2.166.086 Quadratkilometer (Stand 2017). Damit ist Grönland das Land mit der weltweit geringsten Bevölkerungsdichte.

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