Grönland-Reisen

Raue Vielfalt

Von Claudia Harbinger · 2020

Die größte Insel der Welt erstreckt sich zwischen Kanada und Nordeuropa. Rund 80 Prozent ihrer Fläche sind ganzjährig von einem Eisschild bedeckt. Trotzdem bieten die verschiedenen Regionen eine reiche Palette an Ausflugsmöglichkeiten und Aktivitäten. Immer mehr Touristen kommen, um die Naturschönheiten zu sehen.

Polarlicht über Eisbergen. Eine gute Chance besteht, diese in Grönland zu Gesicht zu bekommen.
Ein überwältigendes Panorama in Weiß und Eisblau. Foto: iStock / sodar99

Die Musik in der Diskobucht hat ihren ganz eigenen Klang. Es knarrt, knackt, kracht – und plötzlich wird es laut, wenn ein großes Stück von einem treibenden Eisberg abbricht und ins Meer stürzt. Die Bucht, die wegen ihrer runden Form so heißt und nichts mit Tanzvergnügen zu tun hat, bietet Beobachtern ein überwältigendes Panorama in Weiß und Eisblau. 

Rund 100.000 Touristen kommen jährlich nach Grönland, um Attraktionen wie kalbende Gletscher, Nordlichter oder Mitternachtssonne zu sehen. Doch die Anreise ist alles andere als unbeschwerlich. Denn das arktische Sehnsuchtsziel erreicht man nur mit dem Flugzeug von Dänemark und Island aus oder per Kreuzfahrtschiff. Auf Grönland selbst gibt es zudem keine Verbindungsstraßen außerhalb von Ortschaften und Städten. Dagegen sind Boote, Helikopter und Flugzeuge die Transportmittel der Wahl. Und natürlich Motor- und Hundeschlitten.

Ganz schön viel los

Auf die Gäste warten über das Jahr verteilt die verschiedensten Veranstaltungen: Schlittenhunderennen, Schneeskulpturenfestival, das härteste Skilanglauf-Rennen am nördlichen Polarkreis, Musikfestival und Marathon. Der Sportbegeisterung sind mit Wandern, Radfahren, Reiten, Kajakfahren, Segeln und Tauchen am Eisberg keine Grenzen gesetzt. Baden in warmen Quellen und Besuche bei den Inuit runden das Programm ab.

Im kurzen Sommer wird es in Mittelgrönland von Ende Mai bis Ende Juli nicht dunkel. Man kann an den Küsten Wale beobachten, die Blumen-, Pflanzen- und Tierwelt der Insel erforschen oder das Hinterland entdecken. Tagestemperaturen bis zu 20 Grad plus sind vereinzelt möglich. Das Wetter ist sonst wechselhaft und kann sich von Fjord zu Fjord und Tal zu Tal ändern. Bei Regen sind das Grönländische Nationalmuseum, das Kulturhaus Katuaq und das Kunstmuseum in der Hauptstadt Nuuk interessante Anlaufpunkte.

Der lange Winter bringt die dunklen, nie endenden Polarnächte, in denen die Sonne nicht aufgeht, dafür aber grüne Nordlichter am Himmel tanzen und den Sternenhimmel in ein magisches Licht tauchen. Die durchschnittliche Temperatur im Süden Grönlands liegt bei etwa minus drei Grad, im Norden bei etwa minus 30. Wer möchte, kann in einem echten Iglu übernachten.

Grönland-Reisen besser vorher planen

Je nach Interesse und Geldbeutel kann man an einer Gruppentour teilnehmen oder eine maßgeschneiderte Individualreise bei verschiedenen Reiseanbietern buchen. Wer gerne auf eigene Faust reist, sollte sich genügend Zeit für die Vorbereitung nehmen, um auf dem autonomen Territorium Dänemarks Unterkünfte, Transportmittel und lokale Reiseführer zu finden. Doch egal, wie die Reise organisiert ist, das „Kaffemik“, das traditionelle Kuchenessen mit Kaffee bei Einheimischen, sollte niemand verpassen.

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