Beliebteste Landesküchen

Iss lieber ungewöhnlich!

Von Oskar Rheinbach · 2018

Iss lieber ungewöhnlich!
Foto: Thinkstock

Wer fremde Kulturen kennenlernen will, tut wohl daran, nicht nur Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Genau so viel erzählen nämlich auch Kochtöpfe und Essgewohnheiten über ein Reiseland und dessen Bewohner. Wer mutig ist, der wird belohnt.

Es soll Leute geben, die verreisen nur wegen des Essens. Und da haben sie Recht. Zum einen gibt es anderswo einfach so viele gute Sachen, die zuhause höchstens im Spezialitätenrestaurant zu finden sind – und da gerne an den heimischen Gaumen angepasst. Zum anderen gibt es kaum eine bessere Möglichkeit, andere Kulturen kennenzulernen, als über die Küche. Das fängt schon bei unseren europäischen Nachbarn an. Natürlich gibt es hervorragende italienische oder französische Restaurants auch bei uns. Aber selbst ein simples Pastagericht und dazu ein einfacher Landwein schmecken auf der abendlich belebten Piazza eines kleinen umbrischen Dorfes mit seiner typisch italienischen Atmosphäre um Welten besser als daheim.

Wiener Schnitzel in Peking?

Dennoch soll es Menschen geben, die sich – je exotischer das Reiseziel, desto eher – ängstlich an weltweit vorhandene Systemgastronomie oder gleich an die Hotelküche klammern. Und dabei so viel verpassen. Unvergessen die Reisegruppe aus Deutschland, die im Pekinger Hotel etwas serviert bekam, das entfernt an Wiener Schnitzel erinnerte und so gut wie keinen Geschmack aufwies. Nur die zwei Abenteurer der Gruppe hatten sich in ein Restaurant gewagt, das vor allem von Einheimischen besucht wurde – und konnten danach Geschichten erzählen von Peking-Enten, die direkt am Tisch filetiert wurde, Garnelen, die eben noch zuckten und nun gebraten auf dem Teller lagen, von lauten, lebendigen Chinesen, die in ihrer Kiezküche einen Hotpot, das chinesische Fondue, genossen und den beiden Langnasen freundlich das Essen erklärten.

Quelle: BAT Stiftung für Zukunftsfragen, 2018

Eine andere Mutprobe wartet in Westafrika: Die scharfe Ziegensuppe „Palm Soup“ ist eine beliebte Speise in Ghana – sie wird aus einer Basis aus Palmnüssen gewonnen enthält sehr oft Ziegenfleisch und ist unglaublich scharf. Zumindest die, die von einheimischen Köchen am Straßenrand in Accra verkauft wird. Gespannt warten die, ob der Europäer das westafrikanische Leibgericht auch verträgt. Der wagt es todesmutig und fühlt sich, als habe er eine echte Mutprobe bestanden. Und wunderbar schmecken tut es auch.

Den Einheimischen folgen

Nun muss man ja nicht alles prima finden, was andere Kulturen zu sich nehmen. Aber probieren lohnt allemal. Wobei, natürlich, ein paar Regeln gelten sollten. Speziell in warmen Ländern gilt: Cook it, boil it, peel it – or forget it. Gerade von Straßenständen nur frisch und heiß zubereitetes Essen zu sich nehmen, Wasser im Zweifel abkochen – oder aus versiegelten Flaschen trinken, Eiswürfel meiden, Obst oder Nüsse selber schälen. 

Bekömmliche und obendrein garantiert typische Küche dürfte auch finden, wer dort isst, wo die Einheimischen essen. Und manch einer macht sich auch schon vorher schlau, welche Spezialitäten zu erwarten sind, und kann dann vor Ort gezielt nach verlässlichen Ausgehtipps fragen. Wie gesagt: Manche verreisen nur wegen des Essens. Wäre doch schade, wenn man sich das Beste entgehen lässt.

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