Safari-Guide

„Ein vogelfreies Leben“

Von Andrea von Gersdorff im Gespräch mit Gesa Neitzel · 2018

Gesa Neitzel, Safari-Guide in Afrika, über ihr neues Leben als Aussteigerin und über Erfahrungen bei ihren Safari-Touren.

Gesa Neitzel in der afrikanischen Savanne.
Gesa Neitzel in der afrikanischen Savanne.

Was schätzen Sie besonders an Ihrem Leben in Afrika?

Das Draußen-Sein. Was ich mir in meinem früheren Berliner Alltag als Auszeit bewusst nehmen musste, ist hier automatisch gegeben. Ich bin mit einigen Ausnahmen 24 Stunden am Tag an der frischen Luft und führe mit meinem Freund Frank ein vogelfreies Leben. Unser Zuhause ist mittlerweile ein alter Land Rover, mit dem wir die wilden Gegenden Afrikas erkunden, um für unsere Kunden die bestmöglichen Reisen zusammenzustellen. Aber ich bin immer noch dabei, wirklich in Afrika anzukommen, wobei ich noch die eine Hälfte des Jahres in Deutschland bin. Doch Frank und ich wollen uns ein permanentes, weniger mobiles Heim in Afrika einrichten. Ohne die Unterstützung von Familie und Freunden könnte ich dieses Leben allerdings nicht aufbauen. Dafür bin ich sehr dankbar.  

Sie müssen weiterhin für Ihren Lebensunterhalt arbeiten. Was ist anders?

Alles, was wir besitzen, passt in unser Auto. Dazu gehören noch so extravagante Dinge wie digitale Kameras, Laptops und Smartphones. Aber sie sind unerlässlich, wenn man sich in unserer modernen Zeit etwas aufbauen will. Insgesamt hat sich mein Blick aufs Leben geändert: Ich habe eine große Liebe zur Natur entwickelt, wodurch mir Nachhaltigkeit, Tierschutz und eine bewusste Lebensweise wichtiger geworden sind.

Was macht am meisten Spaß an der Arbeit als Safari-Guide?

Am meisten Spaß macht der erste ‚gute‘ Tag auf Safari, an dem die Gäste vom Anblick der Tiere und der Wildnis sowie den Abenden am Lagenfeuer einfach von den Socken gehauen werden. Das Schönste ist für mich aber immer noch, wenn ein Gast zum ersten Mal einen wilden Elefanten sieht. Man macht sich ja keine Vorstellung davon, wie groß diese Tiere eigentlich sind. Ich glaube, das lässt niemanden kalt und ist immer ein toller Moment. 

Wie gehen Sie mit möglichen Gefahren um?

Man kann in der Wildnis nie zu vorsichtig sein, denn ein Tier kann schon mal etwas zu nahe kommen. Daher arbeiten wir nur mit gut ausgebildeten lokalen Guides und Rangern zusammen, denen wir vertrauen. Mir selbst ist noch keine wirklich brenzlige Situation passiert, aber ich habe bei manchen hinterher gemerkt, dass ich vergessen hatte zu atmen und mein Puls auf 180 war.

Wie erleben Sie die Touristen auf den Safaris?

Wir sind nur in Kleingruppen unterwegs und wachsen daher eng zusammen. So ergibt sich immer eine tolle Gruppendynamik, bei der alle mit anpacken und oft Freundschaften entstehen. Viele Gäste teilen unsere Werte und Vorstellungen vom Leben und haben mein Buch gelesen oder meine Safari-Sundays-Filme auf YouTube gesehen. Ich freue mich sehr, dass wir in unserem zweiten Jahr auf Safari bereits einige Wiederholungstäter haben!

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